„Zeitzeugen – Was Museumsstücke erzählen können“

Wer kennt es nicht – das gusseiserne Bügeleisen. Bis auf den fehlenden Stecker ähnelt es doch sehr den elektrischen Bügeleisen der Gegenwart und ist leicht zu identifizieren. Dann gibt es da jedoch einen unscheinbaren Drahthaken – der erinnert an keinen bekannten Gegenstand von heute, gehörte früher dagegen in jeden Haushalt…

Mit unserer neuen Ausstellung „Zeitzeugen – Was Museumstücke erzählen können“ möchten wir den Besuchern ausgewählte Objekte aus unserem Sammlungsgut präsentieren. Von der vielseitigen hölzernen Molle bis hin zum aufwendig gerahmten Hochzeitsfoto – anhand der Museumsstücke bekommen die Besucher viele kleine Geschichten über vergangene Zeiten erzählt.

Das Mühlenhof-Freilichtmuseum sammelt seit über 50 Jahren historische Gebrauchsgegenstände der münsterländischen Landbevölkerung. Eine Vielzahl der Objekte fanden im heutigen Alltag der Besitzer keinen Platz mehr, erschienen aber gleichzeitig „zu schade zum Wegwerfen“. Aus dem Blickwinkel eines Museums sind es jedoch gerade die ausgemusterten Objekte, die Zeugen vergangener Lebenswelten sind.

So findet sich im Magazin des Mühlenhofes ein Hufeisen, das liegend auf ein Holzbrett geschraubt wurde. Es diente als brandsicherer Untersetzer für die gusseisernen Bügeleisen. Auf den ersten Blick scheint das nicht außergewöhnlich, doch Untersetzer für sog. Plätteisen gab es bereits Anfang des 20. Jh. als Massenproduktion, die für jedermann in einem Katalog bestellbar waren. Gerade aus diesem Grund ist das Museumsstück etwas Besonderes: es stammt ebenfalls aus den Anfängen des 20. Jh., genauer aus den 40er Jahren. Durch die Wiederverwendung des abgelegten Hufeisens erzählt es heute von den Notzeiten nach dem Krieg, als Rohstoffe und Geld fast unerschwingliche Güter darstellten.

Rund 100 Objekte erzählen unseren Besuchern mal sehr persönliche, mal allgemeinere Geschichten vergangener Lebenswelten und laden zum Entdecken und für manche Besucher auch zum Erinnern ein.

 

 

„Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen.“ – Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes (25.06. – 20.08.2017)

Im Juni 2017 fällt im Mühlenhof-Freilichtmuseum der Startschuss zu einer ganz besonderen Wanderausstellung:

Die Ausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ beschäftigt sich mit u. a. mit dem Medienkonsum im Bett.  Daneben geht es auch um Geburt und Tod, Arbeit, Politik und Repräsentation, um Tiere, Essen, Trinken und Rauchen im Bett – um alles außer Schlafen.

Viele haben als Kinder unter der Bettdecke heimlich beim Schein der Taschenlampe Buch um Buch gelesen. Heute braucht man keine Lampe mehr, denn viele elektronische Bücher leuchten von selbst. Oder haben Smartphone, Laptop und Fernsehen die Bücher und Comics abgelöst? Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will es genau wissen. Deshalb sammelt LWL-Volkskundler Thomas Schürmann Geschichten vom Mediengebrauch im Bett.

Im Bett wird nicht nur gelesen. „Man hört Radio, lauscht Hörspielen, telefoniert oder schreibt Briefe. Oder man wandert ziellos im Internet. Auch der Fernseher gehört mittlerweile zur Einrichtung vieler Schlafzimmer. Das Bett ist ein Rückzugsraum, in dem sich das ganze Leben abspielt“, sagt Schürmann.

Die Volkskundliche Kommission beim LWL sammelt Geschichten vom Mediengebrauch am Ort des Schlafens. „Es können banale und ausgefallene, kurze und längere Geschichten sein, unterschrieben oder anonym. Wer am Projekt teilnehmen möchte, kann mir die Geschichten handschriftlich oder per E-Mail schicken, sie mir am Telefon oder am Küchentisch erzählen“, so Schürmann. „Keine Geschichte ist uninteressant. Natürlich sind auch Fotos willkommen.“

Wenn auch Sie Ihre ganz persönliche Geschichte teilen wollen, finden Sie hier alle weiteren Infos.

 

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